Nateln liegt zwischen Haarstrang und Lippe in der so genannten Niederbörde im Kirchspiel Dinker. Der Ort Nateln besteht aus mehreren Ortsteilen: Neben Nateln selbst gibt es die Ortsteile Hündlingsen, Berksen und Hacheney. Bis zum Jahr 1969 bildeten diese vorgenannten Bauernschaften und Nateln noch eine selbstständige Gemeinde mit einer Fläche von 587,5 ha.
Durch die kommunale Neuordnung wurde die Altgemeinde Nateln ein Ortsteil der Großgemeinde Welver.
Die erste Erwähnung des Ortsteils Nateln stammt aus dem Jahr 1167 als „Nordhaldun“. Man kann davon ausgehen, dass eine Ansiedlung wesentlich älter ist, als es eine urkundliche Erwähnung bestätigt. Diese erste Ansiedlung, in Form eines Reihendorfes, lag zwischen dem Wasserlauf der Ahse (erste Schreibweise: Orsne) und dem bewaldeten Höhenrücken (Hacheney) im Nordosten sehr günstig und beschützt.
Weiteren Schutz gegen einfallende Feinde boten die in Nateln liegenden Rittersitze. Neben dem „Haus Nateln“ auch „Plass“ genannt, gab es noch zwei befestigte Herrensitze: „Der Tempel“ und das „Nigge Hus“.
Von diesen drei Rittersitzen ist einzig „Haus Nateln“ heute noch vorhanden und im Privatbesitz der Familie von Neumann. Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1285 als der Ritter Theodorich Rump seine Eigentumsrechte in „Northolle“ an den Ritter Albero Clot Burgmann zu Mark und Hovstadt verkaufte. Der Rittersitz existiert allerdings nicht mehr in seiner ursprünglichen Form, da er im siebenjährigen Krieg im Juli 1761 leider zerstört wurde. Das jetzige Haus Nateln wurde um 1800 von der Soester Adelsfamilie von Michels erbaut.
Die Schreibweise des Ortsnamens Nateln änderte sich im Laufe der Zeiten:
Fast wäre aus dem beschaulichen Dorf Nateln in der Soester Börde ein Kurort geworden. Im Jahre 1899 bohrte die Gewerkschaft Aurora II nach Kohle und schnitt in 220 m Tiefe eine
Salzquelle an.
Dies allerdings bescherte dem Ort keinen Reichtum, denn über sechs Jahrzehnte hinweg blieb die Quelle ungenutzt. 57.600 Liter Sole und Mineralien flossen pro Stunde in die Ahse, bis die Quelle im Februar 1967 nach langen Querelen zubetoniert wurde.
Heute erinnert nichts mehr an das einstige Wahrzeichen von Nateln.
Haus Nateln
Letzter
erhaltener Rittersitz von ursprünglich drei Rittergütern in Nateln. Eine Allee aus Linden und Ahornbäumen führt zum Haus Nateln. Das eineinhalbgeschossige Fachwerkgebäude
wird teilweise noch von der alten Gräfte umgeben, die früher die gesamte alte Burg geschützt haben soll. Zwischen Herrenhaus und Wirtschaftsgebäude steht eine über 1.000 jährige
Linde, deren prächtiges Blätterdach sich meterweit ausbreitet.
Ortstafel in Nateln
Gegenüber dem Kriegerdenkmal in Nateln ist der kleine Dorfmittelpunkt mit Buswartehäuschen, Ruhebank und Ortstafel. Auf
Ihr wurde in einer kurzen Beschreibung die Entstehung der Ortsnamen von Nateln, Hündlingsen, Berksen und Hacheney verewigt.
Friedenseiche in Hündlingsen
Zum Gedenken an das Ende des deutsch-französischen Krieges im Jahr 1871 wurde im Ortsteil Hündlingsen eine Eiche
gepflanzt. 1980 wurde eine erste Ruhebank von Einwohnern aus Hündlingsen aufgestellt und in den folgenden Jahren folgten weitere Bänke, Tische und ein Blumenbeet. Heute dient
dieser Ort vielen Spaziergängern und Radfahrern als willkommene Raststätte. Eine Gedenktafel in unmittelbarer Nähe der Eiche weist auf die historische Begebenheit hin.
Restaurant Lindenhof
Der
„Lindenhof“ ist eine bekannte Gaststätte in Nateln und wurde 1872 erbaut. Weit über die Gemeindegrenze hinaus ist die Gastwirtschaft unter dem Namen „Pistolen Willi“ bekannt. Seit
1991 betreibt das Ehepaar Husein und Zumreta Mrzljak das Restaurant mit internationaler Küche. Innen ist der Lindenhof gemütlich eingerichtet und draußen lockt ein traumhafter
Biergarten, der vor allem bei Ausflüglern und Radfahrern sehr beliebt ist.
Alljährlich werden am Rosenmontag Eier und Mettwürste von den männlichen Bewohnern des Dorfes gesammelt und anschließend in gemütlicher Runde verzehrt.
Ebenfalls schon zur Tradition ist das so genannte „Hammelessen“ geworden. In der Vergangenheit stiftete ein ortsansässiger Schäfer der Dorfbevölkerung einen Hammel zum Verzehr. Dieser wurde als Gulasch zubereitet und im Winter von allen Dorfbewohnern verzehrt.
In Ermangelung eines Schäfers und weiterer Hammel wird heute die Tradition bei Würstchen und Steaks vom Grill alljährlich im Spätsommer fortgeführt.
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