Die Verwechselung ist naheliegend. Immer wieder kommt es vor, dass ortsunkundige Autofahrer, die von Hamm aus in Richtung Welver unterwegs sind, bereits in Dorfwelver haltmachen und nach dem Rathaus, dem Bahnhof oder dem Buchenwaldstadion Ausschau halten. Bei solchen Gelegenheiten müssen die Dorfwelveraner die Durchreisenden auf den "kleinen Unterschied" aufmerksam machen. Und der liegt eben in der Vorsilbe "Dorf". Die Namensähnlichkeit ist aber nicht das Einizige, was Dorfwelver und Welver verbindet. Schließlich sind die Katholiken nördlich des Waldes auch Mitglieder der St. Bernhard-Kirchengemeinde in Welver. Trotz dieser engen Verbindungen verstehen sich die Dorfwelveraner als eigenständige Dorfgemeinschaft. An der Nahtstelle zwischen Dinker und Welver gelegen, standen und stehen sie unter dem Einfluß beider Orte. Bis heute gehen die evangelischen Dorfwelveraner in Dinker zur Kirche, bis heute legen die Schützen unter der Dinkeraner Vogelstange auf den Adler an. Während die Namensähnlichkeit sie mit den Nachbarn im Süden verbindet, ist es die Nähe zur Ahse, die sie mit den Nachbarn im Norden gemeinsam haben. Diese Grenzlage hat im Verlauf der Geschichte Dorfwelvers eine große Rolle gespielt.
Die Namensähnlichkeit mit Welver kam offensichtlich nicht rein zufällig zustande. Vermutlich hat Dorfwelver seinen Namen ebenfalls der Welvereburg zu verdanken, die, im Bereich von
Kirchwelver gelegen, den Ursprung der Besiedlung des ganzen Raumes bildete. Um eine klare Unterscheidung zum Kirchenbereich zu ermöglichen. nannten die Bewohner die Ansiedlung auf der
anderen Seite des Waldes eben Dorfwelver. So verband die beiden Nachbarn bereits in früheren Jahrhunderten der gleiche Namensursprung.
Im Jahre 1328 hatte die Stadt Soest die Freigrafenschaft Rüdenberg, zu der auch das Kirchspiel Dinker gehörte, erworben. Damit stand Soest das Recht der bürgerlichen Gerichtsbarkeit
und der kirchlichen Aufsicht zu. Die Ritter des Dorfes wollten sich den neuen Herren allerdings nicht fügen. Die Soester rächten sich. Um 1440 wurde Haus Galen zerstört, vermutlich ist auch der Rittersitz Bockhövel, der zwischen den Flüssen Lake
und Ahse gelegen war, auf diese Weise zerstört worden. Während Bockhövel und Galen bereits im 15. Jahrhundert zerstört wurden, überlebte Haus Matena die Wirren der Geschichte relativ unbeschadet. Mitte der 60er Jahre, als Denkmalschutz
noch ein Fremdwort war, wurde der folgenschwere Beschluss gefaßt, die umfangreiche Anlage abzureißen. Heute sind nur noch die Gräfte und der Baumbestand erhalten. Die Grenze der
Gemeinde bildeten seit jeher die Flüsse Ahse und Salzbach. In früheren Jahrhunderten wurde die Wasserkraft benutzt, um Mühlen zu betreiben. Während die Schwannemühle zu Dinker gehört,
lag die Kortemühle am Salzbach auf Dorfwelveraner Gebiet. Die 1252 erstmals urkundlich erwähnte Mühle, die sich eine Stauhöhe von 3,10 Meter zu Nutze machte, war lange Zeit dem
Kloster Welver angeschlossen. Hier wurde nicht nur Getreide gemahlen, mit der Wasserkraft wurde auch eine Sägemühle betrieben. 1965 stellte die Mühle den Betrieb ein. Zur Vorbereitung
der inzwischen abgeschlossenen Salzbachregulierung wurde das Wasserrecht verkauft.
Während es sich die Erwachsenen im damaligen, auch über die Grenzen bekannten, Treffpunkt "Strohdach" gemütlich gemacht haben (abgebrannt im August 1991), war und ist heute noch für die
Kinder der Spielplatz am Kettlerholz Mittelpunkt.
Direkt neben dem Spielplatz steht das Feuerwehrgerätehaus, das 1963 von der damals eigenständigen Gemeinde Dorfwelver errichtet wurde.
Die Löschgruppe, als einzige nur auf Dorfwelver beschränkte Gruppierung, übernimmt gerne mal die Organisation von gesellschaftlichen Veranstaltungen.
Die Schützen aus dem Dorf sind Mitglieder im Schützenverein Dinker-Nateln-Dorfwelver und marschieren traditionell im dritten Zug mit.
Bildrechte/Copyrigth: Gemeinde Welver, www.welver.de ; wikipedia/wikimedia: User Marcel Bannert Gerätehaus der Löschgruppe Dorfwelver CC BY SA 2.0 de ,Kreuzung Dorf Welver, Marcel Bannert, CC BY-SA 2.0 de ; Kreuzung in Dorfwelver, Marcel Bannert, CC BY-SA 2.0 de