Welver - 21 Ortsteile

 

Das Dorf an der Ahse hat weit mehr und weit Schöneres zu bieten, als dem hastigen Autofahrer auffällt, der auf der Hammer Landstraße unterwegs ist. Ein kurzer Stop würde genügen, um das ganz andere Gesicht Dinkers kennenzulernen. Da ist etwa die hell und stolz aufragende St. Othmar Kirche mit dem wohl einzigartigen Kirchplatz. Da ist der 1282 erstmals erwähnte Freistuhl, an den heute eine Steinplatte und ein Findling erinnert. Da ist die alte Gräfte, die sich im Schatten mächtiger Bäume um Pfarrhaus und Pfarrgarten schlängelt. Und da ist der Sängerhof, der noch heute den einstigen Reichtum der Rittergüter erahnen lässt. Dem viertgrößten Ortsteil der Gemeinde Welver, der mit dem Rückgang der Landwirtschaft in den vergangenen Jahren zunehmend als Wohndorf attraktiv geworden ist, ist bis heute seine geschichtsträchtige Bedeutung zwischen Lippe und Hellweg anzusehen.

Historisches

Verhältnismäßig früh müssen Menschen im Raum zwischen Lippe und Ahse sesshaft geworden sein. Spuren aus der mittleren Steinzeit (10000 bis 5000 v. Chr.), der Jungsteinzeit (3000 bis 2000 v. Chr.) sowie der Bronzezeit (2000 bis 800 v. Chr.) weisen darauf hin.
Eine entscheidende Wende führten die Sachsenkriege Karls des Großen um 772 herbei. Das bis dahin sächsische Gebiet am Hellweg kam damit unter fränkischen Einfluss. Dies bedeutete gleichzeitig eine Abwendung von heidnischen Vorstellungen zum christlichen Glauben. Die Bewohner dieses Raumes gehörten zu der 777 gegründeten Urpfarrei Soest und wurden erst im 10. oder zu beginn des 11. Jahrhunderts abgetrennt.
Zu dieser Zeit gab es neun Adelshöfe im Kirchspiel Dinker, von denen allerdings nur der Sängerhof und der zerstörte Dingden-Clotinghof im Bereich des heutigen Dorfgebietes liegen.
Der Bereich mit der Bezeichnung Dinker (Dinker, Norddinker und Süddinker) muss schon früh eine große Ausstrahlungskraft gehabt haben. Diese ist vermutlich dem sächsischen Ding (Thing), einer Versammlungs- oder Gerichtsstätte, zuzuschreiben. Daraus hat sich im Laufe der Zeit die Ortsbezeichnung entwickelt.
Seit 1103 gehörte Dinker zu einer Freigrafschaft und stand unter dem Einfluss des Erzbischofs von Köln. 1328 fiel das Kirchenspiel Dinker an Soest, die Bewohner wurden Untertanen der Stadt Soest. Die Stadt setzte nach eigenem Ermessen Abgaben fest und forderte unentgeltlich Hand- und Spanndienste. Die Dinkersche Ritterschaft bemüht sich jahrhundertelang, die Belastungen durch die Hansestadt abzuschütteln. Soests Herrschaft über Dinker wurde jedoch erst 1811 von Napoleon beendet.
Eine besondere Rolle in der Geschichte Dinkers nimmt der 1282 erstmals erwähnte Freistuhl ein. 1805 wurde hier das letzte Todesurteil vollstreckt.
An die einstige Pracht der Rittergüter erinnert noch heute der Sängerhof.
Stolz sind die Dinkeraner auch auf ihre Pfarrkirche, die in ihrem jetzigen Aussehen 1747 fertig gestellt wurde. Der früher romanische Turm wurde 1902 neu errichtet. Seit dem ersten Kirchenbau befand sich der Friedhof im Schatten der Kirche auf dem heutigen Kirchplatz. Von dichtaufschließenden Häusern wurde der Friedhof wie ein Ring umgeben. Diese für Westfalen eigentümliche Bauform wird als "Wigbold" bezeichnet. Zwischenzeitlich hat die Gemeinde Welver einen Teil der Häuser unter Denkmalschutz gestellt, um den "Wigbold" zu erhalten.

Vereine und Verbände im Ort

  • Schützenverein Dinker-Nateln-Dorfwelver
  • Freiwillige Feuerwehr Welver Löschgruppe Dinker
  • Landjugend Nateln-Dinker
  • Landfrauen Dinker
  • Männergesangsverein Friedrich-Wilhelm von 1848
  • div. kirchliche Vereine wie z. B. Posaunenchor, Frauensingekreis,...
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