Der Ortsteil Berwicke, geprägt durch sein markantes Wahrzeichen, der Wasserburg Haus Nehlen, schaut auf über 800 Jahre Vergangenheit zurück. Dieser Ort wird auch geprägt durch die stark befahrene Landstraße, die direkt durch den Ortsteil führt und die die Verbindungen zwischen den Städten Soest und Hamm bedeutet. Der in den siebziger Jahren in seinem Lauf begradigte Soestbach führt sein Wasser behäbig durch Berwicke und gibt es ungefähr einen Kilometer nördlich an die Ahse ab.
Der Zuzug junger Familien, das rege Vereinsleben, die Pflege des Kulturgutes und das fröhliche Miteinander bei Festen, oft durchgeführt im von den Dorfbewohnern erbauten Dorfgemeinschaftsraum, sprechen für die Lebensqualität dieses Ortes.
Aus einer Urkunde, die im Westfälischen Staatsarchiv in Münster aufbewahrt wird, geht die sichere Existenz von Berwicke (Berewich) im Jahr 1193 hervor. Im Jahre 1993 beginnen die Bürgerinnen und Bürger die 800. Wiederkehr dieser urkundlichen Erwähnung in einem festlichen Rahmen.
Aber vormals, am 01. August 1966, wurde schon in einer kleinen Feierstunde der 800 Jahre alte Aldeholdshof, etwas außerhalb des Ortsteiles gelegen, gewürdigt. Auch diese Erwähnung weist auf die lange Existenz Berwickes hin.
Die Berwicker Mühle direkt am Soestbach gelegen, liebevoll restauriert und heute in Privatbesitz, wird erstmals am 26.05.1256 erwähnt. Im Jahre 1910 ersetzte man das Mühlrad durch eine Turbine und bis 1972 führten insgesamt neun Müller dort ihr Handwerk aus.
Ebenso nimmt der Richthoff (etwa Schulzenhof oder Haupthof), urkundlich erwähnt am 03.12.1288, eine besondere Stellung ein. Der Name Richthoff deutet auf eine richterliche Funktion hin. Dieses Gebäude bewohnen heute mehrere Familien.
Erwähnenswert sind auch die bestehenden Gebäude des Bauernhofes am südlichen Ortseingang von Berwicke. Am 25. Juni 1748 erbaute Georg Rothe mit Ehefrau Anna Maria Hape einen Vierständebau. Rechts davon wurde ein Speicher, ein Dreiständebau, und ein Backhaus im Hintergrund im Jahre 1868 hinzugefügt.
Haus Borghausen, ein ehemals alter Adelssitz, wird 1253 urkundlich erwähnt. Hinter hohen Bäumen versteckt und teilweise umgeben von einer Gräfte, erkennt man das Herrenhaus auf der östlich nach Stocklarn führenden Kreisstraße.
Das Wahrzeichen von Berwicke, Haus Nehlen, liegt ebenfalls hinter hohen Eichenbäumen und ist nördlich, von Hamm kommend, kurz mit seinen wuchtigen Türmen und dem stattlichen Dach zu erspähen.
Am 25. März 1268 wird ein Bürger Namens Johann von Nelen in einer Urkunde erstmals erwähnt. Viele Generationen verblieb die Burganlage im Besitz der Familie von Plettenberg, dann der Familie von Boeselager und im 19. Jahrhundert wurde sie von Inspektoren und Pächtern verwaltet und bewirtschaftet. Die Burg, auf Eichenpfählen erbaut und im inneren Gräftenring liegend, umgeben von einem weiteren Gräftenring, auf dem die Wirtschafts- und Stallgebäude liegen, ist eine Zweiinselanlage. Heute in Privatbesitz, ist dieses imposante Bauwerk, trotz des fortschreitenden Verfalls, heute noch genauso wie vor Jahrzehnten sehenswert.
Ein Ehrenmal, am nördlichen Ortseingang von Berwicke erbaut und liebevoll gepflegt, hält das Gedenken an gefallene Bürger aufrecht.
Trotz fehlender Gastronomie führen die Berwicker ein reges Vereinsleben. In den Jahren 1994-1995 erbaute die Dorfgemeinschaft einen Dorfgemeinschaftsraum, gelegen neben den Räumlichkeiten der Freiwilligen Feuerwehr (ehemaliges Schulgebäude). Hier werden viele Feste begangen und auch der Schützenverein, die Avantgarde, der Spielmannszug Berwicke-Stocklarn sowie die Freiwillige Feuerwehr nutzen diese ansprechende Begegnungsstätte.
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